Click and Collect: So führen Sie es in Ihrem Geschäft ein
Click and Collect für Detailhändler in der Deutschschweiz erklärt: Schritte zur Einführung, Abholzeiten, Bezahlung, typische Fehler, Schweizer Regeln für den Online-Handel und passende Tools.
5 Min. Lesezeit
Veröffentlicht am 13.08.2026 · Von Daniel Wojtkielewicz, Eazyclick.
Mit Click and Collect bestellen Ihre Kundinnen und Kunden online und holen ihren Einkauf zur gewünschten Zeit im Laden ab. Für ein Quartiergeschäft ist das oft der erste Schritt in den Online-Verkauf, ganz ohne Pakete und Kurierdienst. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Click and Collect einführen, was es kostet, welche Fallstricke es gibt und welche Regeln in der Schweiz gelten.
Was ist Click and Collect?
Click and Collect (auch «Abholung im Laden») ist eine Verkaufsform: Die Kundin wählt ihre Produkte auf Ihrer Website aus, reserviert oder bezahlt sie und holt sie dann im Geschäft ab. Sie bereiten die Bestellung im Voraus vor. Die Kundschaft holt sie ohne Wartezeit ab. Und Sie sparen sich Versandkosten und Lieferfristen.
Man spricht auch von «online bestellen, im Laden abholen», im Grossverteiler von Abholstationen oder in der Gastronomie von «Take-away-Bestellung». Das Prinzip bleibt dasselbe: Verkauft wird online, übergeben wird bei Ihnen.
Welche Geschäfte eignen sich für Click and Collect?
Jedes Geschäft mit einer Theke kann Click and Collect anbieten. Besonders gut funktioniert es, wenn die Kundschaft weiss, was sie will, und sicher sein möchte, es auch zu bekommen: Bäckerei, Metzgerei, Blumengeschäft, Weinhandlung, Feinkostladen, Buchhandlung, Velo- oder Spielwarengeschäft. Es passt auch für Restaurants und Take-aways mit Gerichten zum Mitnehmen.
Einige konkrete Beispiele:
- Bäckerei: Spezialbrote und der Wochenendzopf, am Vortag bestellt;
- Blumengeschäft: ein Strauss, am Morgen bestellt und auf dem Heimweg von der Arbeit abgeholt;
- Weinhandlung und Feinkostladen: Geschenkboxen zum Jahresende, ohne Schlange an der Theke;
- Buchhandlung: das online reservierte Buch, auf den Namen der Kundin zurückgelegt.
Wie führen Sie Click and Collect in Ihrem Laden ein?
Für Click and Collect brauchen Sie vier Dinge: einen Online-Shop mit Ihren Produkten und Lagerbeständen, Abholzeiten, die zu Ihrer Vorbereitungszeit passen, eine Möglichkeit, die Kundschaft zu benachrichtigen, wenn die Bestellung bereit ist, und eine gut sichtbare Abholstelle im Laden.
Die Schritte der Reihe nach:
- Wählen Sie die Produkte aus. Beginnen Sie mit Artikeln, die sich leicht vorbereiten lassen und oft verkauft werden. Sie müssen nicht am ersten Tag das ganze Sortiment online stellen.
- Legen Sie Ihre Abholzeiten fest. Bestimmen Sie Ihre Abholzeiten, die minimale Vorbereitungszeit (zum Beispiel zwei Stunden oder für Patisserie den Vortag) und die Anzahl Bestellungen, die Sie pro Zeitfenster vorbereiten können.
- Entscheiden Sie über die Bezahlung. Online bei der Bestellung, zum Beispiel mit TWINT oder Karte, oder bei der Abholung. Mit Online-Bezahlung gibt es deutlich weniger Bestellungen, die nie abgeholt werden.
- Organisieren Sie die Vorbereitung. Eine Liste der Bestellungen des Tages, nach Zeitfenster gruppiert, die das Team der Reihe nach abarbeitet.
- Benachrichtigen Sie die Kundschaft. Eine Nachricht «Ihre Bestellung ist bereit» erspart unnötige Wege.
- Richten Sie die Abholstelle ein. Eine gut beschriftete Ecke der Theke, wo die Bestellungen mit dem Namen der Kundin oder des Kunden bereitliegen.
Welche Nachteile hat Click and Collect?
Click and Collect braucht Organisation. Die Bestellungen müssen rechtzeitig bereit sein, der Online-Bestand muss stimmen und nicht abgeholte Bestellungen wollen geregelt sein. Ein falscher Bestand, ein zu knappes Zeitfenster oder eine Kundin, die nie benachrichtigt wird, sorgen für mehr Ärger als ein normaler Besuch im Laden. Mit den richtigen Einstellungen lassen sich diese Risiken vermeiden.
Die Fehler, die wir am häufigsten sehen:
- Ein Online-Bestand, der nicht mit dem Laden übereinstimmt. Die Kundin bezahlt ein Produkt, das am selben Morgen an der Theke verkauft wurde. Ein Bestand, der bei jedem Verkauf im Laden und online aktualisiert wird, löst dieses Problem.
- Zeitfenster ohne Obergrenze. Zwanzig Bestellungen in derselben Viertelstunde über Mittag, und das Team ist überlastet. Legen Sie eine Kapazität pro Zeitfenster fest.
- Keine Regel für nicht abgeholte Bestellungen. Halten Sie fest, wie lange Sie eine Bestellung aufbewahren und was danach passiert. Zeigen Sie das vor der Bezahlung an.
- Eine Abholung, die in der Schlange untergeht. Wer online bestellt hat, will nicht hinter allen anderen anstehen.
Welche App oder Software für Click and Collect?
Es gibt drei Arten von Tools: Bestellplattformen, die auf jedem Verkauf eine Kommission verlangen; Module, die einen bestehenden Online-Shop ergänzen; und Kassensysteme im Laden mit einer Abholoption. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Website, Ihren Tools im Laden und davon ab, wer die Beziehung zur Kundschaft behält.
Stellen Sie sich vor der Wahl drei Fragen:
- Wer kassiert, und zu welchem Preis? Eine Kommission pro Bestellung fällt bei Warenkörben von CHF 20 oder 30 stark ins Gewicht. Ein fixes Abo ist besser planbar.
- Auf welcher Website bestellt die Kundschaft? Auf Ihrer eigenen Website entdeckt sie auch Ihre anderen Produkte und kommt wieder zu Ihnen. Auf einer Plattform sieht sie auch Ihre Konkurrenz.
- Ist der Bestand im Laden und online derselbe? Wenn nicht, müssen Sie ihn nach jedem Verkauf an der Theke von Hand anpassen.
Ist Click and Collect ein Fernabsatzgeschäft?
Wenn Bestellung und Bezahlung online erfolgen, wird der Vertrag auf Distanz abgeschlossen. In der Schweiz sieht das Gesetz für Online-Käufe weder ein Widerrufsrecht noch ein Rückgaberecht vor: Der Verkäufer kann eines anbieten, ist aber nicht dazu verpflichtet (siehe das Merkblatt des KMU-Portals des Bundes). Wenn Sie ein Rückgaberecht gewähren, zum Beispiel von 14 Tagen, halten Sie es klar fest, samt Ausnahmen, etwa für leicht verderbliche Lebensmittel.
Ihr Online-Shop muss zudem das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) einhalten: Ihre Identität, Ihre Adresse und eine gültige E-Mail-Adresse angeben, die Bestellschritte aufzeigen, das Korrigieren von Fehlern vor dem Absenden ermöglichen und die Bestellung umgehend per E-Mail bestätigen (Regeln zum elektronischen Geschäftsverkehr, SECO). Ihre AGB sollten festhalten, wie lange nicht abgeholte Bestellungen aufbewahrt werden und, falls Sie eines anbieten, Ihr Rückgaberecht. Zeigen Sie den Endpreis in Schweizer Franken inklusive Steuern an. Ein Zuschlag für eine Zahlungsart ist nur zulässig, wenn Sie auch eine kostenlose, in der Schweiz gängige Zahlungsart anbieten (Preisbekanntgabe online). Am einfachsten: keine Zahlungsgebühren für Click-and-Collect-Kundschaft.
Wie funktioniert Click and Collect mit Eazyclick?
Bei Eazyclick läuft Click and Collect über Ihre eigene Website, unter Ihrer Marke, ohne Kommission auf Ihren Verkäufen. Die Kundschaft wählt das Abholzeitfenster bei der Bestellung. Sie bereiten alles über einen Bildschirm vor, der die Bestellungen des Tages nach Zeitfenster gruppiert. Und die Kundschaft wird benachrichtigt, sobald die Bestellung bereit ist.
Unsere Click-and-Collect-Lösung, das Modul Click & Collect, baut auf dem Shop des Moduls E-Commerce komplett auf, das Katalog, Bezahlung mit TWINT oder Karte und Lagerbestand verwaltet.
Was Sie selbst einstellen: Ihre Abholzeiten, die Vorbereitungszeit, die Kapazität pro Zeitfenster und Ihre Ruhetage. Die Kundschaft erhält eine Bestätigung und danach eine Nachricht, wenn die Bestellung bereit ist: per E-Mail und, wenn Sie das Modul WhatsApp-Messaging haben, per WhatsApp.
Das Modul kostet CHF 177 für die Einrichtung, danach CHF 41 pro Monat bei 12 Monaten oder CHF 33 pro Monat bei 24 Monaten, exkl. MwSt., zusätzlich zum Online-Shop. Wenn Sie noch keinen Shop haben, lesen Sie zuerst unseren Leitfaden zur Eröffnung eines Online-Shops.
Lieber gleich liefern?
Die Lieferung vergrössert Ihr Einzugsgebiet, kostet aber: Verpackung, Transport, Retouren und Lieferfristen. Click and Collect hält die Kundschaft in Ihrem Quartier, ohne Versandkosten. Es bringt sie auch zurück in den Laden, wo sie oft noch etwas anderes kauft. Viele Geschäfte starten mit der Abholung und ergänzen später die Lieferung.
Um die Kundschaft zu binden, die ihre Bestellungen abholt, denken Sie an eine digitale Kundenkarte: Punkte auf jeder bezahlten Bestellung, die im Kundenkonto ersichtlich sind.
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