Digitale Kundenkarte: der Leitfaden für Geschäfte

Wie eine digitale Kundenkarte funktioniert, wie Sie sie erstellen, ob App, Wallet oder Kundenkonto und welche Fehler Sie vermeiden sollten: der Leitfaden für Geschäfte in der Deutschschweiz.

5 Min. Lesezeit
Theke einer kleinen Kaffeebar mit Espressomaschine und Gipfeli

Veröffentlicht am 27.08.2026 · Von Blaise Calinaud, Eazyclick.

Die Stempelkarte aus Karton geht verloren, wird vergessen und verrät Ihnen nichts über Ihre Kundschaft. Eine digitale Kundenkarte erledigt dieselbe Arbeit ohne Karton: Die Kundin oder der Kunde sammelt bei jedem Einkauf oder Termin Punkte und erhält die Belohnung, ohne danach fragen zu müssen. Dieser Leitfaden erklärt, wie sie funktioniert, wie Sie die richtige Lösung wählen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Was ist eine digitale Kundenkarte?

Eine digitale Kundenkarte ist die digitale Version der Stempelkarte: Statt mit Karton wird die Kundschaft über E-Mail, Telefonnummer oder Kundenkonto erkannt, und die Punkte werden automatisch gutgeschrieben. Die Kundin oder der Kunde sieht den Punktestand online, und Sie sehen, wer wiederkommt, wie oft und für wie viel.

Je nach Tool befindet sich die Karte an einem von drei Orten: in einer App zum Herunterladen, im Wallet des Handys (Apple Wallet oder Google Wallet) oder im Kundenkonto Ihrer eigenen Website. Jede Lösung hat ihre Vorteile; die entscheidende Frage ist, wem die Beziehung zur Kundschaft gehört.

Wie funktioniert ein Treueprogramm?

Ein Treueprogramm beruht auf drei Einstellungen: was Punkte bringt (ein ausgegebener Franken, ein Besuch, ein wahrgenommener Termin), welche Stufen zu erreichen sind und welche Belohnung es pro Stufe gibt (Rabattgutschein, Gratisprodukt, kostenlose Dienstleistung). Die Kundin oder der Kunde meldet sich einmal an, danach sammelt sich alles bei jedem Einkauf von selbst.

Die häufigsten Modelle im Detailhandel:

  • Nach Betrag: ein Punkt pro ausgegebenen Franken, ein Gutschein über CHF 5 bei 100 Punkten. Einfach und fair, wenn die Einkaufsbeträge schwanken.
  • Nach Besuch: der zehnte Haarschnitt oder der zehnte Kaffee gratis. Ideal für regelmässige Einkäufe mit gleichem Betrag.
  • Nach Stufen: Vorteile, die mit der Treue wachsen (Bronze, Silber, Gold). Nützlich, um Ihre besten Kundinnen und Kunden hervorzuheben.

Wie erstellt man eine digitale Kundenkarte?

Um eine digitale Kundenkarte zu erstellen, legen Sie zuerst fest, wofür es Punkte gibt und was die Belohnung ist. Wählen Sie dann ein Tool, das die Punkte automatisch an der Kasse, online oder beim Termin erfasst. Holen Sie bei der Anmeldung die Zustimmung der Kundschaft ein und machen Sie das Programm an der Theke, auf Ihren Quittungen und auf Ihrer Website bekannt.

Die Schritte:

  1. Rechnen Sie, was Sie anbieten können. Eine Belohnung von 5 % des ausgegebenen Betrags ist ein guter Ausgangspunkt; darüber hinaus prüfen Sie Ihre Marge.
  2. Machen Sie die Belohnung erreichbar. Kommt der erste Gutschein erst nach einem Jahr, erinnert sich niemand daran. Setzen Sie die erste Stufe so, dass sie nach wenigen Besuchen erreicht ist.
  3. Automatisieren Sie. Die Punkte müssen gutgeschrieben werden, ohne dass jemand an der Theke daran denken muss, und der Gutschein muss sich von selbst ausstellen.
  4. Holen Sie die Einwilligung ein. Die Teilnahme am Programm muss eine freie Entscheidung der Kundschaft sein, und die Nutzung ihrer Daten für Werbung eine separate Entscheidung (EDÖB, Direktmarketing).
  5. Machen Sie es bekannt. Ein Hinweis an der Theke, eine Zeile auf der Quittung, ein Banner auf der Startseite.

App, Wallet oder Kundenkonto: Was wählen?

Entscheiden Sie nach Ihrer Kundschaft und Ihrer Website. Eine eigene App verlangt einen Download, den viele ablehnen. Eine Wallet-Karte ist an der Theke praktisch, zeigt der Kundschaft aber nur ihre Punkte. Ein Kundenkonto auf Ihrer Website behält die Beziehung bei Ihnen: Dort sieht die Kundschaft ihre Punkte, ihre Gutscheine und Ihre Produkte.

Treue-Apps, die sich mehrere Geschäfte teilen, haben einen weiteren Effekt: Ihre Kundschaft sieht dort auch die Geschäfte in der Nachbarschaft. Eine Karte, die mit Ihrer eigenen Website verbunden ist, lässt Ihnen dagegen die Kontrolle über Beziehung und Daten. Fragen Sie in jedem Fall, wie das Tool abgerechnet wird (Abo, pro Transaktion oder pro Kunde) und ob Sie Ihre Mitgliederliste exportieren können.

Welche Fehler sollte man bei einer Kundenkarte vermeiden?

Die häufigsten Fehler sind eine zu weit entfernte Belohnung, komplizierte Regeln, eine Anmeldung, die an der Theke länger als eine Minute dauert, und Punkte, die von Hand gutgeschrieben und deshalb vergessen werden. Vermeiden Sie auch Punkte, die ohne Vorwarnung verfallen: Wer seine Punkte überraschend verliert, kommt nicht wieder.

Weitere Punkte, auf die Sie achten sollten:

  • Belohnen Sie nicht nur den Einkauf. Auch ein wahrgenommener Termin kann Punkte bringen. Bieten Sie aber nie Punkte für eine Google-Bewertung an: Die Richtlinien von Google verbieten Bewertungen, die gegen eine Gegenleistung abgegeben werden.
  • Behalten Sie die offenen Gutscheine im Blick. Ausgestellte, aber nie eingelöste Gutscheine sind eine Verbindlichkeit, die Sie kennen müssen.
  • Übernehmen Sie die alte Karte. Hatten Sie eine Stempelkarte, übernehmen Sie die Punktestände Ihrer Stammkundschaft, statt sie auf null zu setzen.

Wie geht das mit Eazyclick?

Mit dem Modul Treueprogramm von Eazyclick sammeln Ihre Kundinnen und Kunden Punkte bei jeder bezahlten Bestellung auf Ihrer Website oder bei jedem wahrgenommenen Termin. Sobald eine Stufe erreicht ist, wird automatisch ein Rabattgutschein ausgestellt, und die Kundschaft findet Karte, Punktestand und Gutscheine im Kundenkonto Ihrer Website.

Das Modul funktioniert mit Ihrem Online-Shop (E-Commerce komplett) oder nur mit der Online-Terminbuchung, etwa für einen Salon oder eine Praxis ohne Shop. Der Gutschein wird bei der nächsten Bestellung automatisch angewendet, die Zahl der Mitglieder ist unbegrenzt, und Sie können die Punkte Ihrer alten Stempelkarte importieren.

Was das Modul nicht kann: Es erstellt keine Karte in Apple Wallet oder Google Wallet. Die Karte befindet sich im Kundenkonto Ihrer Website.

Das Modul kostet CHF 177 für die Einrichtung, danach CHF 41 pro Monat bei 12 Monaten oder CHF 33 pro Monat bei 24 Monaten Laufzeit, exkl. MwSt., Preis pro Website. Damit Ihre Mitglieder wiederkommen, kombinieren Sie es mit einem Newsletter an alle, die ihn erhalten möchten.

Lohnt sich ein Treueprogramm für ein kleines Geschäft?

Für ein kleines Geschäft lohnt sich ein Treueprogramm, wenn Ihre Kundschaft oft wiederkommen kann: Lebensmittel, Café, Coiffeur, Beauty, Velo. Es kostet die Belohnung und das Tool und bringt zusätzliche Besuche sowie eine Liste von Kundinnen und Kunden, denen Sie schreiben können. Messen Sie nach drei Monaten die Zahl der aktiven Mitglieder.

Kauft Ihre Kundschaft nur alle drei Jahre ein, ist eine Punktekarte nicht der richtige Hebel: Setzen Sie besser auf Google-Bewertungen und Mund-zu-Mund-Propaganda.

Treueprogramm

Belohnte Kundschaft, ohne Kartonkarte

Punkte bei jeder bezahlten Bestellung oder jedem wahrgenommenen Termin, ein automatischer Gutschein bei der richtigen Stufe und eine Karte, die Ihre Kundschaft im Kundenkonto auf Ihrer Website findet.